Ak.a aus Recklinghausen bringt seine erste Platte auf dem Markt, Klänge der Erinnerung. Darunter steht „guter Rap ist zeitlos...“ und ich weiß schon, ich sollte eine Rap Platte erwarten. Doch was könnte im Jahre 2006 der 22jährige Andreas Klein Neues zu sagen haben?
Die Lyrics sprechen von den Anderen, die Möchtegerns sind ... nun, der Zuhörer fragt sich, in wie fern ist Ak.a anders und wo ist die Neuerung hier. Ich lese in dem Pressetext und folgender Satz springt mir sofort ins Auge „Die Abneigung gegenüber niveaulosen Battletexten und ‚Möchtegern-Gangstarap’ gibt ihm selbst noch einen weiteren Anstoß am Ball zu bleiben und diese Einstellung in seinen Zeilen preis zu geben.“ Davon kann ich mich von Anfang an überzeugen, denn Ak.a macht kein Battle Rap. Gleich auf dem 2. Track, Gedankenspiegel, spricht er darüber, dass er gar nicht diesem Style gerecht werden möchte, über „Antikörper gegen Sido“ und darüber, dass er Menschen bewegen möchte. Die Reime sind gut, die Story ist cool und hat ein ausgefeiltes Überraschungseffekt eingebaut. Es macht Spaß zuzuhören. Dann kommen die Chorus parts, und Wiebke gibt dem Song mit ihrer samtigen Stimme einen souligen Touch. Es gibt provokative Zeilen, jedoch die Härte eines eingefleischten Battle Rappers ist nicht zu hören.
In dem Lyrischen Brainstorming, dem fünften Track, baut er catchy Lines ein wie „Rappst du noch oder lebst du schon“ und lehnt Drogen ab.
Mein Lieblingstrack auf diesem Album ist ohne Zweifel die Nummer 10, Sonnenaufgang. Die Beats sind vielleicht nicht brandneu, jedoch den Twist und die Kombination der Klänge ist einzigartig. „Es gibt Leute, die finden Rap sogar poetisch“, ist eine der Lines und kann gleich als Resümee des Lieds fungieren. Ak.a lyrisiert diesen minimalistischen Text bis zu einer berührenden Form des Poetischen. Wahrscheinlich nicht jedermanns Sache und gerade deswegen nicht zu überhören.
Anders der 11. Track, der dem Album den Namen verleiht. Diesmal ist old-school Rap zu hören und Ak.a redet unter anderen über seine Leute, seine „homies“.
Der 14. Track, Sonnenuntergang, erinnert an fernöstliche Töne der traditionellen japanischen Musik.
Auf dem Album sind insgesammt 19 Tracks zu hören, davon Intro und Outro und drei Skits. Die Songs sind auf Deutsch mit kurzen Features auf Englisch.
Insgesamt ein gelungenes Album, dass in jeden Rap-Haushalt gehört, der etwas auf neue, talentierte Platten hält. Zu bestellen über die Homepage und für 10 Euro zu haben. Mit Sicherheit ein charismatischer Künstler, der einiges zu sagen hat und mit der richtigen PR es höchstwahrscheinlich schaffen könnte.
-------- www.akthemaster.de
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