Komm mal mit, ich zeig Dir meine Gegend. Ich zeig Dir mein Viertel, meine Hood. Pallasstraße. Steinmetzstraße. Hier bin ich aufgewachsen. Hier bin ich große geworden. Ist keine feine Gegend, aber wir leben hier. Ist immer was los auf der Straße. Komm mit. Ich zeig’s dir. Am Freitag erschien sein neues Album "Almanci" und der Berliner Rapper Alpa Gun hat viel zu erzählen aus dem Leben und seinen Beobachtungen von der Welt um ihn herum:
Weißt Du, man ist hier geboren, aber hier wollen sie dich nicht und in der Türkei wollen sie dich irgendwie auch nicht. Die Situation der Libanesen und Palästinenser ist noch schlimmer. Manche werden echt so verrückt, die müssen zum Arzt, weil die sich die ganze Zeit fragen: Wer bin ich? Die kommen einfach nicht mehr darauf klar. Das schlimmste ist, wenn man nicht weiß wo man hingehört. In der Türkei nennen sie uns Almanci, die Deutschländer. Wir sind wie Touristen für die. Noch schlimmer. Wir sind keine Touristen. Touristen bringen ja Geld. Wir bringen kein Geld. Ich habe mein Album so genannt. Weil ich das bin. Ein Almanci. Die Themen kreisen um Freundschaft, Familie, Träume, Ziele, Kiez und Kämpfe - innere und äußere. Alpa Gun beschreibt authentische Motive und die Dinge so wie sind in seinem Kiez: Manchmal gebe ich die Hoffnung auf und denke, es gibt kein Morgen. Man muss was aus seinem Leben hier machen, Schule. Abitur. Ausbildung. Kunst. Musik. Was auch immer. Unsere Eltern können doch nicht umsonst hergekommen sein. Die sind doch wegen uns hier. Manchmal habe ich ein wenig Hoffnung. Ich hoffe, dass sich was ändert, aber manchmal glaube ich auch nicht mehr so richtig daran... Komm mal wieder vorbei, wenn Du in der Gegend bist. Du bist immer herzlich willkommen. Du siehst. Hier wohnen auch nur Menschen. Sieht zwar alles gefährlich aus, aber die meisten sind schon korrekt drauf …. wenn du korrekt zu ihnen bist !